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Kleine Brennesselkunde PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Herberia   
Montag, 16. März 2009 um 15:20 Uhr


Brennessel (urtica dioeca)

Volkstümliche Namen:

  • Sengnessel
  • Dunnernettel
  • Nietel

Fast jedes Kind kennt sie und hat schon einmal unliebsame Bekanntschaft mit ihr gemacht. Doch kaum jemand weiß, dass die Brennessel eine unserer wertvollsten Heilpflanzen und ein leckeres Wildgemüse  ist. Die Brennessel enthält Mineralsalze (Calzium, Kalium, Eisen, Kieselsäure), Amine, Histamin, Serotonin, Phytosterole.

Bemerkenswert ist, dass alle Teile der Brennessel (Blätter, Wurzeln, Samen)  in der Heilkunde Verwendung finden. Alle Anwendungsgebiete der Brennessel aufzuzählen erscheint schier unmöglich. Sie wird eingesetzt bei:

  • Harnwegsinfektionen,
  • Nierengrieß,
  • Wassersucht,
  • hartnäckigem Harnverhalten,
  • Gicht,
  • Rheuma,
  • chronischen Hautausschlägen,
  • Prostatabeschwerden,
  • als Haarwuchs- und Haarerhaltungsmittel.

Die Brennessel ist stoffwechelanregend, blutreinigend, blutbildend und durchblutungsfördernd. Was die großen Kräuterheiler vergangener Zeiten und die Volksmedizin wie selbstverständlich wußten, ist heute wieder in den Blickpunkt der wissenschaftlichen Forschung gerückt. Wissenschaftlich anerkannt ist die Durchspülungstherapie mit Brennesseln bei Harnwegsinfektionen und Nierengries, ebenso die innerliche Anwendung von Brennesselwurzeln bei Prostatabeschwerden.

Art der Anwendung:

  • Aufguß (Tee)
  • Frischsaft
  • Tinktur
  • Spiritus (äußerlich)
  • Bäder

Selbst dem biologisch orientierten Gärtner ist die Brennessel ein willkommener Helfer. Der Kaltwasserauszug der Brennessel wirkt im Anfagngsstadium gegen Blattläuse und zur Schädlingsabwehr. Eine vergorene Jauche aus Brennesselblättern ist ein starker Pflanzendünger.

Esotherisches:

Räucherung:
Die Pauite Indianer atmen den Rauch der verbrannten Brennessel bei Lungenentzündungen ein.

Blütenessenz:
Die Brennessel wird als Optimismusblüte bezeichnet.Die Blütenessenz der Brennessel hilft bei der Anpassung an neue und schwierige Familiensituationen.Sie hilft die eigenen Bedürfnisse auszudrüken und dafür gerade zu stehen.

Geschichtliches und mythologisches

Geschichtliches
 Im 12 Jahrhundert wurde die Brennessel als Faserpflanze verwendet. Die Brennesselfasern wurden zu Segeltuch verwoben und es wurden Fischernetze aus ihr geknüpft.

Heute noch ernähren sich Pilger beim Aufstieg auf den Mt. Kailasch, dem heiligen Berg Tibets, ausschließlich von Brennesseln um die Erleuchtung zu finden.

Pfarrer Kneipp rät die Brennessel so oft wie möglich zu essen. Pfarrer Künzle hebt die Wirkung der Brennessel auf den Haarwuchs hervor.

Mythologisches
Unsere Ahnen betrachteten die Brennessel als Beschützer von Haus und Hof. Sie sollte Mißgunst und Neid abwehren und die Bewohner davor schützen. In einigen Alpenländern werden die Viehställe mit Brennesseln ausgeräuchert, um das Vieh vor Krankheit und Verhexung zu schützen. Die Germanen ordneten die Brennessel dem Gott Donnar zu, der unter anderem fürs Bierbrauen zuständig war.
Bei aufkommenden Gewittern wurden Brennnesseln auf die Braukessel gelegt, um zu verhindern ,
dass das Bier sauer wurde.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, 27. April 2009 um 12:33 Uhr
 

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