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Kleine Gundermannkunde PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Herberia   
Montag, 23. Februar 2009 um 22:12 Uhr


Gundermann (Glechoma hederacea)

ist unter einer Vielzahl volkstümlicher Namen bekannt:

  • Erdefeu
  • Donnerrebe
  • Hederich
  • Soldatenpetersilie
  • Gundelkraut


Der Gundermann gehört zu den Lippenblütlern. Die vierkantigen Stängel des Gundermann kriechen über den Boden, bilden an den knotigen Stellen Wurzeln und bilden so dichte Gundelrebenteppiche.

Im Halbschatten und auf feuchtem Boden gedeiht der Gundermann am Besten. Obwohl er zu den ersten Frühjahrskräutern gehört, die gesammelt werden können, blüht er erst ab März bis Mitte Juni. Seine Blüten haben eine zartviolette Färbung.

Oft kann man die ersten zarten Gundermannblättchen ab Anfang Februar pflücken.
Gundermann ist reich an Vitamin C, enthält ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe, Mineralstoffe und Harze.

Gundermann kann in der Frühjahrsküche vielseitig eingesetzt werden. Durch seinen würzigen Geschmack werden Gerichte angereichert, verfeinert und aufgepeppt.

Dazu findet man unter der Rubrik KÜCHENREZEPTE einige Anregungen.

Die Heilwirkungen des Gundermann war bedeutenden Heilern der letzten Jahrhunderte wohlbekannt. Hildegard von Bingen, Tabernaemonatus, Pfarrer Kneipp und Messegue' haben ihn angewandt.

Bei innerlicher Anwendung regt Gundermann den Stoffwechsel an, hilft bei chronischer Bronchitis, chronischem Schnupfen und soll als Kur angewendet die Beschwerden  bei Heuschnupfen und Asthma lindern.

Bei allen langwierigen und zehrenden Erkrankungen ist Gundermann ein ausgezeichnetes Stärkungsmittel.

"Gund" ist eine alte Bezeichnung für Eiter. Das bringt uns auf ein weiteres Einsatzgebiet des Gundermanns. Bei allen Erkrankungen wo Eiter oder Verschleimungen  im Spiel sind kann Gundermann angewandt werden.

Mann kann Gundermann frisch oder getrocknet verwenden, zu Tinkturen und Salben verarbeiten.
Beachte die Rubrik HEILREZEPTE.


Esotherisches:

Gundermann kann getrocknet als Räucherpflanze verwendet werden. Eine Räucherung mit Gundermann soll erdend sein und den Bezug zum Hier und Jetzt herstellen. Die Räucherung soll die Gedanken und Gefühle klar machen.
Eine Verwendung als Blüttenessenz ist bisher noch nicht bekannt.


Geschichtliches und mythologisches:

Die Germanen glaubten, dass im Gundermann die Hausgeister wohnten. Außerdem war Gundermann dem Gott "Donar" geweiht und sollte so vor Gewittern schützen.

Der Überlieferung nach war Gundermann den Hexen ein verhasstes Kraut. Wenn man in der Walpurgisnacht Gundermann sammelte, einen Kranz daraus flocht und am nächsten Tage auf dem Kopf trug, sollte man Hexen erkennen können.

Wer an Neujahrstag einen Strauß Gundermann mit in die Kirche nahm, sollte sehen können, wer aus der Gemeinde im Laufe des nächsten Jahres sterben würde.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 18. März 2009 um 08:47 Uhr
 

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